April 2026
Solidarität mit unseren Schwestern, dem Deutscher Frauenrat
Der Instagram-Account des Deutschen Frauenrats wurde gekapert. Die Täter fordern Geld, um den Zugang zurückzugeben.
Das Netzwerk erklärt sich solidarisch mit allen Kräften, die sich gegen Täter und Bestrebungen stellen, die unsere Arbeit für mehr Teilhabe, Rechte, Sichtbarkeit und Chancengerechtigkeit behindern.
Gemeinsam mit DaMigra e.V. sagen wir: Jetzt erst recht! Dr. Delal Atmaca, Geschäftsführerin von DaMigra e.V. schreibt am 14.04.2026:
„Solidarität mit unseren Schwestern, dem Deutscher Frauenrat. Der Instagram-Account des Deutschen Frauenrats wurde gekapert. Die Täter fordern Geld, um den Zugang zurückzugeben – ein Angriff, der deutlich macht, unter welchem Druck feministische Organisationen stehen:
nicht nur ökonomisch oder politisch, sondern zunehmend auch digital.
Ein Angriff mit Signalwirkung
Was hier passiert ist, betrifft nicht nur eine einzelne Organisation.
Frauenrechtsorganisationen – unabhängig von Größe oder Struktur – sehen sich immer häufigen Angriffen ausgesetzt: Sie werden delegitimiert, unter Druck gesetzt und in ihrer Arbeit behindert. Gleichzeitig erleben wir, wie finanzielle Mittel gekürzt und feministische Themen für rechte Politik instrumentalisiert werden.
Diese Entwicklungen sind kein Zufall. Sie sind Ausdruck eines gesellschaftlichen Klimas, in dem Gleichstellungspolitik zunehmend angegriffen wird – online wie offline.
Wir stehen Seite an Seite
Wir erklären unsere volle Solidarität mit dem Deutschen Frauenrat und allen feministischen Akteur*innen, die tagtäglich für mehr Teilhabe, Rechte, Sichtbarkeit und Chancengerechtigkeit kämpfen.
„Wer glaubt, einzelne von uns angreifen zu können, hat nicht verstanden, wer wir sind. Wir sind keine vereinzelten Stimmen. Wir sind viele – verwurzelt, verbunden, widerständig. Wer einen Baum angreifen will, steht vor einem ganzen Wald – einem Wald der Geschwisterlichkeit, der sich nicht brechen lässt. Und dieser Wald lässt sich nicht einschüchtern. Er wächst. Er hält stand. Und er wird wiederständiger – jetzt erst recht!“
Gerade jetzt braucht es sichtbare Solidarität:
* Folgt dem neuen Account des Deutschen Frauenrats @deutscherfrauenratoffiziell<https://www.instagram.com/deutscherfrauenratoffiziell/>
* Teilt ihre Beiträge
* Unterstützt sie dabei, die Reichweite wieder aufzubauen
Gemeinsam für mehr Verbundenheit, mehr Sichtbarkeit, mehr Reichweite und mehr feministische Stärke. Jetzt erst recht.
März 2026
Statement von Vorstandsfrauen des Netzwerks behinderter Frauen zu den vermeintlich hohen Kosten der Eingliederungshilfe:
„Weil wir uns Lügen über den Sozialstaat nicht mehr anhören möchten“
Immer wieder wird dieser Tage auf die hohen Ausgaben für Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen hingewiesen. Höhepunkt war Ende letzten Jahres ein Artikel von Dr. Kristina Schröder (CDU) in der WELT mit dem Titel: „Was wir uns künftig nicht mehr leisten können“ über Assistenz für Menschen mit Behinderungen. Die zentralen Behauptungen darin sind falsch. Ein Blick in die Praxis zeigt die bittere Realität im Kampf um gesellschaftliche Teilhabe, mit der behinderte Menschen auch Jahre nach Einführung des neuen Teilhaberechts konfrontiert sind.
Februar 2026
Aufruf zur Unterstützung: Petition “Kein Freifahrtschein für Barrieren! BGG-Reform schützt Diskriminierer”
Wir unterstützen das Anliegen und rufen dazu auf, diese Petition zu unterscheiben und möglichst breit zu verteilen:
https://innn.it/bgg
Unsere Gründungsfrau Andrea schreibt dazu:
„Etwas zum Hintergrund:
Es gibt einen Gesetzentwurf unserer großartigen Regierung zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes. Danach werden alle privaten Unternehmen – also Hotels, Gaststätten, Saunen, Thermen, Kinos, Arztpraxen, Frisör- und Kosmetikstudios usw. – aus ihrer Verantwortung entlassen, Barrierefreiheit herzustellen. Sie brauchen keine baulichen Veränderungen oder Änderungen an Gütern und Dienstleistungen vornehmen, da dies für sie eine „unverhältnismäßige und unbillige Belastung“ darstellt. Wirtschaftsministerium und -lobby waren auf ganzer Linie erfolgreich.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Möglichkeiten behinderter Menschen auf eine Feststellungsklage begrenzt sind. Selbst wenn es gelingen sollte, einem privaten Unternehmen einen Gesetzesverstoß nachzuweisen, bleibt das folgenlos: kein Schadensersatz, kein Beseitigungsanspruch!
Hinzu kommt, dass die Herstellung der Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden bis ins Jahr 2045 (!) gestreckt wird.
Wir behinderten Menschen, die seit Jahrzehnten für Barrierefreiheit kämpfen, sind fassungslos und wütend.“
Artikel aktualisiert am 15.04.2026
