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Nachrichten, Behindertenpolitik, Behindertenorganisationen, Selbstbestimmt, Leben
  1. Bei der momentanen Rekordhitze und aufkommenden Urlaubszeit könnte leicht untergehen, dass im Bundesministerium für Arbeit und Soziales derzeit an einem Gesetz gebastelt wird, das eine Reihe von Verbesserungen bringen kann, aber auch Chancen für dringend nötige Reformen verstreichen lässt. Es geht um den Entwurf eines Gesetzes zur Entlastung unterhaltspflichtiger Angehöriger in der Sozialhilfe und in der Eingliederungshilfe - kurz Angehörigen-Entlastungsgesetz. Ein Referentenentwurf der Bundesregierung liegt hierfür bereits vor. Für die Anhörung am 23. Juli im Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) nun ihre Stellungnahme eingereicht und Position bezogen.
  2. Welche Kämpfe Eltern und Kinder mit Behinderungen zuweilen auszustehen haben, zeigt das Beispiel von Familie Mittelberg auf's neue. "Unser autistischer Sohn bekommt seit 6 Monaten keine Beschulung", mit diesen Worten wandten sich Robert und Petra Mittelberg aus Steinhöring in Bayern vor kurzem an die kobinet-nachrichten. Dank der mittlerweile erfolgten engagierten und zielführenden Unterstützung eines Ministerialbeauftragten zeichnet sich nun für die Familie endlich eine Lösung ab. Allerdings steht noch die Bewilligung eines weiteren Antrages durch das Jugendamt aus, wie es im Facebookeintrag vonseiten der Familie heißt.
  3. "Mit schwarzer Kleidung und weißen Handschuhen steht Ines Helke auf der Bühne und performt – und zwar zusammen mit dem Gebärdenchor 'HandsUp'. Warum eines der Chormitglieder besonderen Einfluss auf sie hatte und welche Visionen rund um Inklusion und Teilhabe die engagierte Hamburgerin hat, erzählt sie auf REHACARE.de." So beginnt ein Interview mit der Inklusionsbotschafterin Ines Helke, das vor kurzem im Rehacare Magazin Online erschienen ist.
  4. Heute wird das nordrhein-westfälische Aktionsbündnis "Wir wollen wohnen!“ um 11.00 Uhr vor dem nordrhein-westfälischen Landtag die gesammelten Unterschriften für den Erhalt und den Ausbau von Mieterrechten und für die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum an Vertreter*innen der Landesregierung übergeben. Die Unterschriften wurden seit Beginn des Jahres per Online-Petition und über Unterschriftenlisten gesammelt.
  5. Menschen mit Behinderungen zählen in vielen Ländern zu den Abgehängten der Gesellschaft. Ihre Lebenssituation ist dabei in wirtschaftlich schlechter entwickelten Staaten zusätzlich erschwert, sie gelten als die Ärmsten der Armen. Etwa eine Milliarde Menschen mit Behinderungen leben in Entwicklungsländern. Die Entwicklungszusammenarbeit ist aus Sicht der Fragesteller hier besonders gefordert, Anreize zu schaffen, um die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen nachhaltig zu verbessern.
  6. Mit der Parole "Behinderung ist Rebellion" eröffnet am 4. Juli eine Parade das Köşkival in München. Um 18 Uhr ruft Käptn Wheelchair zur Rebellion auf: "Wir sehen unverschämt gut aus. Wir rebellieren gegen das Mittelmaß. Wir sind anders, wir rollen, wir sprechen anders, wir fühlen anders, wir denken anders. Und trotzdem sind wir nur so anders wie alle anderen auch. Rebelliert mit!" Das Köşkival findet zum dritten Mal statt und ist ein offenes Angebot für alle, die weit und bunt denken.
  7. Wer auf der Insel Rügen Urlaub macht, der kann hier auch mit der Rügensche BäderBahn, die liebevoll "Rasender Roland" genannt wird, die Insel erkunden. Der rasende Roland, das ist eine dampflokbetriebene Schmalspureisenbahn auf Deutschlands größter Insel in Mecklenburg-Vorpommern. Im Rahmen des ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr) fährt die Kleinbahn täglich auf 750 mm Spurweite von Putbus über Binz, Sellin und Baabe nach Göhren. Ein besonderes Erlebnis auch für alle Urlauber, für Passagiere mit Rollstuhl ist dieses Erlebnis jedoch nicht ganz so selbstverständlich.
  8. Während es bei der schulischen Inklusion Fortschritte gab, werden junge Erwachsene mit Handicap, die die Schule verlassen, meist immer auf Werkstätten für behinderte Menschen verwiesen. Dort erhalten sie lediglich Taschengelder und bleiben unter sich. Dies sei ein "Abstellgleis statt Inklusion" betont Karin Schütt vom Aachener Verein AnWert. Der Verein setzt sich deshalb für die Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ein und kann dabei auch entsprechende Erfolge im Rahmen der Unterstützten Beschäftigung verzeichnen.
  9. Die im Sozialgesetzbuch VIII festgeschriebenen Hilfen und Regelungen der Kinder- und Jugendhilfe sollen weiterentwickelt werden. Dafür hat das zuständige Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend einen Beteiligungsprozess gestartet, der auf einer entsprechenden Internetseite dokumentiert und begleitet wird. Im September soll es auch um die inklusive Ausgestaltung der Kinder- und Jugendhilfe gehen, eine Forderung, die schon seit vielen Jahren verfolgt wird.
  10. Die Klima-Proteste vom Wochenende haben erneut für Schlagzeilen gesorgt. Mit dabei bei der Aktion Ende Gelände war Andreas Lapp-Zens, der die kobinet-nachrichten darauf hingewiesen hat, dass es dort auch einen inklusiven Finger gab. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul führte mit Andreas Lapp-Zens das folgende Interview über die Beteiligung behinderter Menschen bei den Protesten und sprach mit ihm darüber was ein inklusiver Finger ist.

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