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Nachrichten, Behindertenpolitik, Behindertenorganisationen, Selbstbestimmt, Leben
  1. Die Aktion Mensch ist in diesem Jahr Kooperationspartner der Azubitage am 27. und 28. April in Koblenz. Alle Vorträge werden von GebärdensprachdolmetscherInnen übersetzt und in den Vortragsräumen sind Induktionsschleifen vorhanden. Zudem wird für Schülerinnen und Schüler der Vortrag "Bewerben mit Behinderung? Traut Euch was zu!" angeboten. Darauf hat Dagmar Greskamp von der Aktion Mensch die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht. Der Messepate der Azubitage, Pascal Gdakowska, nutzt selbst einen Rollstuhl.
  2. Auch bei den diesjährigen Veranstaltungen und Aktionen zum Europäischen Protesttag für die Gleichstellung behinderter Menschen spielt das Bundesteilhabegesetz und dessen Umsetzung eine wichtige Rolle. "Inklusion oder Exklusion?" lautet beispielsweise der Titel einer Veranstaltung, die die Ludwigsburger Grünen am 25. April um 19.30 Uhr im Staatsarchiv Ludwigsburg durchführen. Der Ludwigsburger Aktivist Antonio Florio, der auch bei den Protesten für ein gutes Bundesteilhabegesetz dabei war, hatte diese Veranstaltung angestoßen.
  3. Der Inklusionsbotschafter Marco Pompe und Carolin Fischer übergaben eine mobile Rampe an Marco Fongern vom Brauhaus zum Löwen in Mühlhausen für mehr Barrierefreiheit im Restaurant. Neue Zimmer im Hotel-Anbau und die Erlebnisgaststätte Leo werden dadurch für RollstuhlnutzerInnen besser nutzbar.
  4. Gestern wurde in Nürnberg eine Werkstätten-Messe eröffnet. Noch bis Samstag präsentiert dabei die Rummelsberger Diakonie in Halle 12 an Stand 347 ihre Produkte und Dienstleistungen. Außerdem gibt es an jedem Tag Mitmach-Aktionen. Beim Eröffnungsrundgang war auch der Ministerialdirigent im bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung anwesend, der sich für die Entwicklung der Werkstatt-Standorte interessierte.
  5. Aus einer Antwort des Bezirkspräsidenten des Bezirks Oberbayern auf eine Anfrage der Fraktion der Grünen in der Bezirksversammlung geht hervor, dass die Stadt Ingolstadt entscheidend dafür verantwortlich ist, dass dort behinderte Menschen aufgrund der verweigerten ausreichenden Persönlichen Assistenz im Heim leben müssen oder davon bedroht sind. Winfried Glosser lebt aufgrund der jahrelangen Verweigerung adäquater Persönlicher Assistenz mittlerweile mit 54 Jahren in einem Seniorenheim und der 50jährige Bernhard Kube muss ebenfalls seit Jahren für seine Assistenz kämpfen.
  6. Auch wenn es nach den großen Protesten zum Bundesteilhabegesetz im Jahr 2016 in der Behindertenbewegung ruhiger geworden ist, sind viele Forderungen nach wie vor nicht erfüllt und werden die Menschenrechte behinderter Menschen nach wie vor häufig missachtet. Zur Einstimmung auf die Aktionen zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen, die um den 5. Mai stattfinden, empfiehlt die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) die Broschüre "Wir sind bunt und frech, mutig und laut!"
  7. Heute vor 20 Jahren machte sich eine Gruppe von Menschen mit Lernschwierigkeiten mit ihren UnterstützerInnen auf den Weg in die USA, um dort die Selbstvertretungsbewegung von Menschen mit Lernschwierigkeiten zu erkunden. Diese knapp zweiwöchige Reise an die Westküste der USA nach Oregon hat nach Informationen des Geschäftsführers von Mensch zuerst, dem Netzwerk von Menschen mit Lernschwierigkeiten, Stefan Göthling, die Entwicklung hierzulande entscheidend geprägt, wie er den kobinet-Nachrichten mitteilte.
  8. Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) stellt zur Kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion der AfD an den Deutschen Bundestag fest: "Alleine durch den Akt des Heiratens oder durch dessen Wiederholung nach einer Scheidung entstehen nach Kenntnisstand der ISL - auch nach Durchführung mehrerer riskanter Selbsttests - keinerlei Behinderungen. Es sei denn, die Teilnehmenden einer Hochzeit stehen im Stau auf der Autobahn und schaffen es nicht rechtzeitig zur Trauung. Dies sind unserer Erkenntnis nach sogenannte Verkehrsbehinderungen." Die AfD hatte in ihrer Kleinen Anfrage gefragt, ob durch alleiniges Heiraten (innerhalb von Familien) Behinderungen entstehen.
  9. Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling. (Laotse)
  10. Gegen zugestellte Toiletten für behinderte Menschen wendet sich Kassandra Ruhm innerhalb ihrer Posterreihe. Dabei erklärt sie in drei Bildern die Notwendigkeit der Bewegungsflächen.

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